Gegenwärtige Krisen in Teams – eine supervisorische Beobachtung

Negative Veränderungen der Arbeitsbedingungen wie z. B.:

  • Arbeitsverdichtung (Zunahme der zu leistenden Arbeit)
  • Erhöhung des Leistungspensums
  • Leistungsdruck
  • Tendenz zu Höchstleistungsforderungen
  • Zeitmangel
  • Anhäufung von Aufgaben
  • nicht besetzte freie Stellen
  • zunehmende Zahl von Krankmeldungen
  • ein stärker belastetes Klientel/Kunden.

können für Mitarbeiter, Führungskräfte und schließlich für das gesamte Unternehmen schwerwiegende Folgen haben.

Tietel & Meyfeld (Ausgebrannte Teams, 2011) ziehen daraus folgendes Resümee. „Die geschilderten Belastungen wirken nicht nur individuell, sondern wirken sich auf die Kooperation in den Teams und Abteilungen aus: Berichtet wird von gestiegener Rivalität unter Kollegen und zwischen Abteilungen, von Unruhen im Team durch häufige Personalwechsel, von Konflikten unter Kollegen und unter Vorgesetzten, von der Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre, von einer Zunahme von Spannungen und Resignation, von wechselseitigen Kränkungen und nicht zuletzt von Mobbing.“

Die psycho-sozialen Folgen beschreiben die Autoren als: „Krisenhafte Einbrüche in Organisationen, Verschlechterung des Klimas und Ängsten um den Arbeitsplatz. Die gesteigerten Anforderungen hinsichtlich Kunden und Klienten führen zu Überforderungen und zu massiven Beeinträchtigungen der körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit der Mitarbeiter.“

Diese Beeinträchtigungen bedingen langfristige Folgen, neben Abnahme der Qualität der Arbeit und einem erhöhten Fehler – und Unfallrisiko, kann es zu einem Zerfall der Teams kommen, d. h. zu einer teilweise zerstörten Teamarbeit und zu Unsicherheiten in der Teambildung.

Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und die erhöhte Fluktuation lässt kaum noch eine Identifikation mit dem Team oder dem Unternehmen zu, was zu einer Nichtanbindung der Mitarbeiter an das Unternehmen führt. Das Team  ist nicht mehr der sichere Ort, der bei Veränderungsprozessen genutzt werden kann. Die fehlende Corporate Identity führt schließlich zum Dienst nach Vorschrift, häufigeren und längeren Krankmeldungen und Arbeitsplatzwechsel. Neue Mitarbeiter erleben ein „ungebundenes“ Team und damit wird der Einstieg erheblich erschwert. „Ich merk` mir die Namen von den Neuen schon gar nicht mehr, die sind doch bald wieder weg!“ Neue Mitarbeiter verlassen das Unternehmen schnell wieder, weil kein „Ankommen“ möglich ist.

Durch diesen beschriebenen Prozess erleben nicht nur die Mitarbeiter und Führungskräfte physische und psychische Beeinträchtigungen – auch Unternehmen können ins Wanken geraten.

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